15. Tag ‚TEAIA‘

Tagebuch einer Autorin in Afrika!

Heute war so ein fantastischer, ereignisreicher Tag, dass ihr so viel über Strauße lernen und mit mir durch enge Höhlengänge klettern werdet, dass ihr wie ich mit einem breiten Grinsen und völlig erledigt im Bett sitzen könnt 😉

Ich möchte mich nochmals bei euch bedanken, dass ihr meinen Blog so fleißig begleitet habt, sodass die 4.000er Besuchermarke gesprengt wurde! Bitte nutzt meine letzte Woche in Südafrika noch, um mir Fragen zu stellen, Kommis zu schicken und euch für meinen Newsletter anzumelden. Wisst ihr, womit ihr mir eine wahnsinnige Freude bereiten würdet? Meine Lieblingszahl ist die 4. Können wir es schaffen, bis Ende nächsten Sonntag auf 4.444 Besucher zu kommen? Dann helft mir und schickt meinen Blog weiter, stellt ihn auf FB, teilt ihn oder macht ihn auch auf Twitter bekannt – ich bemühe mich natürlich euren Anforderungen an Spannung und Information gerecht zu werden, sodass es sich für euch lohnen wird!

Ich muss euch auch unbedingt von den Menschen hier in Südafrika erzählen. Ich war ja gestern lecker Sushi essen – wobei wir auch hier mit Essen bestellen (1h), auf Essen warten (1 1/4h) und auf Rechnung warten (1/2h) mit mehr Zeit rechnen mussten, als gewohnt. Danach war ich mit drei Volontieren und zwei Mitarbeitern der Ranch zwei Stunden Billard spielen. Es ist unglaublich die Menschen hier zu beobachten. Der Ort ist ja sehr klein und so kennt sich fast jeder. Noch dazu neigen die Afrikaner dazu, alle zur Begrüßung liebevoll in den Arm zu nehmen und zu drücken. Das selbe bei der Verabschiedung. Mir ist das ja Donnerstag früh auch in der Arbeit passiert, dass mir der Portier als erstes aufgesperrt hat, um mich in den Arm zu nehmen und mir zu sagen, er freut sich, dass ich da bin. Ich war völlig geplättet, aber es ist generell so. Kein förmliches Händchen geben und Küsschen links und rechts auf die Wange. Auch nicht bei Erstkontakt mit Menschen. Ist vorerst ungewohnt gewesen, aber letztendlich ist es eine so herzliche Geste, dass es total schön ist, weil man sich daheim fühlt.

Übrigens habe ich beim Pool von 5 Runden drei erfolgreich für unser Team beendet. Das habe ich noch nie im Leben geschafft, aber nur, weil Billard hier die absolute Attraktion zum Fortgegen abends ist, und die Leute einem genau zeigen wo man hinspielen muss, um die Kugel zu versenken. Ich war so verdammt stolz, auf meinen genialen Einsatz – with a little help 😉

Heute habe ich zwei Ausflüge absolviert. Ich war auf einer total interessanten Straußenfarm und dann in den Cango Caves – atemberaubenden (im wahrsten Sinne des Wortes) Höhlensystemen.

Ich habe so viel Interessantes dazu gelernt, dass ich dieses Tagebuch gleich als Gedankenerguss nutzen möchte, um ja keine wichtigen Details zu vergessen. Blond eben 😉

1) Strauße werden an die 130kg schwer und daher muss auch ein Ei ihres Geleges so viel aushalten. Daher kann sich ein Mensch auch auf ein einzelnes Ei stellen, ohne es zu beschädigen.

2) Ein Straußenei entspricht 24 bis 25 gewöhnlichen Hühereiern und hat einen extrem hohen Cholesterinwert. Ein ganzes alleine zu verspeisen ist daher keine kluge Idee.

3) Strauße werden in freier Wildbahn an die 45 Jahre alt. In Gefangenschaft sogar 60. Auf der Highgate Showfarm, die es seit 130 Jahren gibt, wurde sogar ein Exemplar mit 81 Jahren gehalten.

4) Sie benötigen zu mindeste 5 bis 7 kg Nahrung täglich und scheinen aus irgend einem Grund nicht besonders gut auf Kinder zu sprechen zu sein. Zumindest die handzahmen. Dies wurde mir von unserer Betreuerin der Ranch erklärt, die dies öfters beobachtet hat.

Die Highgatefarm ist einerseits eine Zuchtstätte, für die Federn, die Eier und das Fleisch. Dient aber auch zur Belustigung durch die Straußenrennen als auch zur Aufklärung durch immer ausgebuchten Touren. Ich habe so viele niedliche Fotos gemacht, dass ich hoffe, sie verfolgen euch heute Nacht nicht in eure Träume ;o)

Aber zunächst beginnen wir in der Produktionsstätte. Hier werden zum Beispiel die typischen Staubwedel produziert. Wir durften live dabei sein und einer ist in ca. Einer Minute gefertigt.
17.Tag_4

Dann haben wir gesehen, wie sie geleert und bemalt werden, wo sie als beeindruckenden Souveniers enden. Die Fertigstellung dauert insgesamt vier Tage und … lieber Schatz, bitte nicht böse sein, wieder ein Staubfänger mehr 😉 Hast du mich trotzdem noch lieb?
19.Tag_7

Auch beim nächsten Schnappschuss, sehen wir einen Souvenirbastler. Er macht kleine Vogelhäuser und Tassen aus den Eiern. Ich war überrascht, wie lange es dauert, sie mit der Bandsäge auseinander zu schneiden. An euch Spezialisten da draußen: diese Maschine gibt es doch nicht auf dem Baumarkt, oder? Das muss eindeutig eine Eigenproduktion sein – sehr kreativ, muss man sagen.

17.Tag_5

Und jetzt! Haltet euch fest für die niedlichsten Küken ever! Es gab Albinos und sogar ein schwarzes! Herein in die gute Stube!
17.Tag_6
17.Tag_7
17.Tag_8

Wir hätten so gerne gleich eines mitgenommen – man beachte diese niedlichen Beine! Interessant ist auch, dass Strauße die einzigen Vögel auf der Welt sind, die nur zwei Zehen haben. Die Große trägt das Gewicht und die Kleine ist zur Stabilisierung. Unglaublich aber wahr, sie sind das gefährlichste an den Tieren. Sie haben die Kraft einen Menschen mit ihren Krallen mittig von Kopf bis Fuß aufzuschlitzen. Dies passiert aber nur im Falle, wenn man ihrem Gelege zu nahe kommt oder um ihre Küken zu beschützen. Trotzdem habe ich heute gelernt, sollte ich einmal von einem Tier angegriffen werden, hat weglaufen keinen Sinn. Sie können 10 bis 15km durchgehend an die 80km, und dies wohlgemerkt auf eine sehr elegante Art und Weise, hinter sich bringen. Sie schlagen in sekundenschnelle Haken, ohne an Geschwindigkeit zu verlieren. Und wenn sie einen einmal fixiert haben, gibt es kein Entrinnen. Fakt ist aber, dass sie nur in Augenhöhe wirklich aufmerksam sehen können. Daher heißt die Devise: sofort flach auf den Bauch legen und nicht bewegen. Da sie nur ein 40 Gramm schweres Gehirn haben, funktioniert das Langzeitgedächtnis nicht so gut. Sie sehen einen eine Minute lang nicht, und haben einen vergessen ;-D Praktisch. Doch die Nerven muss man mal haben, sie vor so einen Tier flach hinzulegen!
17.Tag_9

Tiere die entweder keine Zähne haben, wie der Strauß oder ihre Mahlzeit nicht zerkauen sondern schlucken (Krokodil) müssen regelmäßig Steine schlucken, damit die Nahrung im Magen zermahlen werden kann. Ein Strauß hat dafür zwei Mägen. Im Obermagen werden die Steine gesammelt und zerkleinern das Futter und im zweiten werden die Nährstoffe erst aufgenommen. Die Steine können nicht in den zweiten Magen gelangen und werden nach und nach weniger, da sie zu Sand zerrieben werden. Ohne diese an die 2kg Steine, könnte der Strauß nicht verdauen. Hier eine Ansammlung der Steine zur Demonstration.

 18.Tag_1

Dann ging es ans füttern. Funktioniert genau wie bei den Pferden. Mit flacher Hand und zusammenliegenden Fingern. Und bloß nicht erschrecken, denn der erste Hieb ist immer recht heftig, da die Tiere so gierig sind, beim zweiten Anflauf können sie sogar jedes einzelne Maiskorn von der Hand aufpicken, wie Spatzen. Einmal war sogar mein kleiner Finger dabei, aber auch dies war mehr ein Erschrecken, als das es weh getan hätte 😉 Also habe ich gleich mehrmals Futter nachgeholt. Es hat irre Spaß gemacht. Sie sind ja auch irgendwie lustig, so mit ihren langen Wimpern. Übrigens haben sie zweite, versteckte Lider, um bei zu starker Sonneneinstrahlung oder einem Sandsturm die Augen zu schützen, ohne Sichtverlust. Also quasi Sonnenbrillen.
18.Tag_2
18.Tag_3

Als nächstes haben wir uns ein brütendes Pärchen angesehen. Straußen wählen einen Partner und bleiben ein Leben lang zusammen. Beide Partner wechseln sich beim Ausbrüten ab. Alle zwei Tage kann das Weibchen ein Ei legen, bis an die 15 bis 20 Eier im Gelege sind. Faszinierend ist, dass sie nicht unbedingt intelligent sind, trotzdem zählen sie ihr Gelege penibel ab, sobald sie sich drauf setzen, um zu sehen, ob noch alle da sind.

Die Eier werden 41 Tage ausgebrütet und dann passiert in den nächsten 24 Stunden folgendes: die Küken haben leider nicht so wie andere Vogelgattungen einen kleinen Spitzhaken auf dem Schnabel, um sich herauszupicken. Stattdessen haben die an die 2,5kg schweren Eier sichtbare Poren an der Oberfläche, durch die die Küken am 42 Tag Luft atmen können, wachsen und dann durch ihre Größe die unheimlich dicke Schale zum Bersten bringen! Unglaublich, nicht wahr? Ich muss sagen, die 2-stündige Tour wurde hoch interessant gestaltet und auf alle Fragen eingegangen. Ich glaube, absolut niemand hat sich gelangweilt.
18.Tag_5

Und jetzt ist Aktion angesagt! Wieder habe ich alles gegeben, um euch heute mutig von meinem ersten Ritt auf einem Strauß zu berichten. Zuerst wurde uns aber noch über die Anatomie der Vögel berichtet und über die Straußenfedern. Wenn ihr euch so die Beine dieses netten Männchens anseht (sichtbar am roten Schnabel, rote Vorderseite der Beine und schwarz, weißes Gefieder), könnte man meinen, das erste Gelenk sei das Knie. Aber! Völlig falsch, es ist die Ferse! Das Knie ist tatsächlich genau das letzte Gelenk zum Körper und die Oberschenkelknochen und die Hüfte befinden sich gänzlich im Körper. Dies wurde am Ende der Tour an einem Skelett veranschaulicht.

Die Vögel werden einmal im Jahr in einer Fünf-Minuten-Prozedur von ihren Federn befreit. Dies im Sommer. D.h. nach neun Monaten werden die Federn abgeschnitten und nur der Federstumpf in der Haut belassen. In den nächsten drei Monaten werden diese abgestossen und durch neue Federn ersetzt. Dabei wird der Vogel aber nicht nackt geschnitten, sondern nur ein Teil 😉 Außerdem werden die weißen Spitzen der Männchen nicht gekürzt, da sich darin die Venen befinden und dies den Tieren schaden könnte. Diese kostbaren weißen werden nur entnommen, wenn das Tier stirbt. Die Federn sind am Markt mehr wert, als der ganze Vogel.
18.Tag_6

18.Tag_7

Wie ihr seht hatte ich sichtlich Spaß, wobei man dazu sagen muss, ein einfaches Absteigen ist bei den Tieren nicht getan, man muss ich hinten runterfallen lassen. Aber ich war total stolz auf mich. Vor mir waren zwei Teenagerjungs, die wurden nach ein paar Sekunden abgeworfen. Es sind aber immer zwei Jokeys daneben, um einen schweren Sturz zu verhindern, oder gar, von den Tieren niedergetreten zu werden. Ich habe mich so lange gehalten, bis sie meinten ‘willst du noch länger?’ Wollten die das wirklich wissen? Denn eigentlich hätte ich gerne so weiter gemacht, denn man spürt die Lungenzüge des Tieres, es tänzelt nervös unter einem und wenn man sich so in die Flügel festkrallt, muss man unweigerlich die Mundwinkel hochziehen, solch einen Spaß macht es. Und keine Sorge, sie können bis zu 80kg tragen, wobei ich zugebe, dass sie mit den 50kg Jokeys vor Ort mehr Freude hatten.

Wir haben im Anschluss noch ein Rennen beobachtet, und die Tiere sind schon total aufgeregt in ihre Boxen gelaufen – ganz von alleine. Das Rennen will ich euch natürlich nicht vorenthalten:

Ostrich race Highgate Mooselbaai

So, da mein heutiger Beitrag schon alles vorhergehende gesprengt hat, werde ich euch von meiner heutigen Höhlenabenteuertour morgen erzählen. Ich bin auch Elefantenreiten, also werdet ihr wieder tolle Tierbilder sehen ;o) Also weitersagen und schönen Abend!

Lieber Schatz! Du hast Recht, es ist eine Ehre, dass ich in einem Zoo dieser Welt ein Gehege mit meinem Kunstwerk verschönern und mich verewigen konnte. Ich schätze nämlich, dass sie es nicht so schnell wieder entfernen werden 😉 Ich war schon im Gehege die Attraktion, und wurde viel fotografiert. Zumindest war meine zerrissene, geliehene Hose nicht sichtbar, die mittig meinen Allerwertesten am zweiten Tag freigelegt hatte. Es gab also auch viel zu lachen! Also musste am Donnerstag eine neue Hose her ;o) Und ja, wie du gesehen hast, wurde es signiert.

You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed.You can leave a response, or trackback from your own site.
4 Responses
  1. Anni says:

    Wie schwer sind eigentlich Straußen babys?!? Muss bestimmt lustig gewesen sein auf den Straußen gritten zu sein 😀

  2. Wilfried says:

    Haha, da Straußenreiten sieht echt nach einem riesen Spaß aus! Gratulation, dass Du Dich solange auf ihm halten konntest. Hätte ich auch gerne mal probiert, also merke Dir die Zeit ;o). Bei Deinem Blog kann man ja wirklich noch was lernen, ich hatte keine Ahnung, dass die mit Steinen Ihr Futter zermahlen und zwei Mägen haben.
    Na auf den Staubfänger den Du mitbringst, bin ich schon neugierig. Ich kann mich erinnen, dass Du schon damals auf Mauritius ein Straußenei haben wolltest. Ist ja übrigens ein Wahnsinn, wie widerstandsfähig diese Eier sind. Ist in Hinsicht auf den Transport beruhigend.

  3. Michael says:

    Dein Mambakäfig ist richtig toll geworden sieht richtig gut aus :-)und für lacher hast du ja auch gesorgt ;-)das hätte ich zu gern mit erlebt 🙂 ;-)Sorry mußte jetzt so raus ,-).Da hast du ja ein interessantes Programm gehabt :-). Das Strauße bis zu 2kg Steine fressen für die Verdauung hätte ich auch nicht gedacht.Wirklich interessante Details :-).Ob ich mich allerdings zu einem Ritt auf dem Vogel Strauß hätte überreden lassen,ich weiß nicht hätte mir wahrscheinlich sorgen um den Vogel gemacht 😉 aber bei Dir sieht es ja eigentlich ganz leicht aus 🙂 ,-)Naja mit meinem Gewicht hätte ich ja gerade noch so Reiten dürfen 🙂 .Das Video von dem Rennen Klasse sieht nach einer menge spaß aus :-).Elefantenreiten kann ich Dir nur empfehlen macht richtig spaß 🙂 Schaukelt schön 🙂 ;-).Wird Dir bestimmt gefallen 🙂 Viele Grüße Michael

  4. Anonymous says:

    bring ein paar Eier mit!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.