12. Tag ‚TEAIA‘

Tagebuch einer Autorin in Afrika!

Ich arbeite hier tatsächlich unter Extrembedingungen, da nun mein acht Jahre alter Laptop, den mein Schatz herausgekramt hat, meint die Mücke machen zu müssen. Das Ladekabel hat einen Wackelkontakt und funktioniert nur, wenn ich es mit einer Hand festhalte. Tippen mit einer Hand? Geht nicht wirklich, aber so dauert es halt länger … Ich hoffe er hält noch meinen Aufenthalt lang durch. Immerhin ist schon Halbzeit.

Heute war ein trauriger Tag, da wir erfahren haben, dass gestern Nachmittag das 10 Wochen alte Lamm ‘Lenny’ gestorben ist. Ich hatte es gestern zum letzten Mal gesehen und nach der Obduktion kam heraus, dass es Leukämie hatte ;-( D.h. die Mutter hatte es absichtlich abgelehnt und es wurde hier zur Aufzucht abgegeben. Wie so oft spüren Tiermütter dies und ziehen so kranke Jungtiere nicht groß, um Energie für die anderen zu haben. Es sind viele Tränen geflossen und es wurde heute auch ein Video mit ihm gemacht. Sobald es auf Youtube ist, gebe ich euch den Link, denn es ist wirklich herzzerreissend schön gemacht.

Des Weiteren haben wir heute die Tiefkühlladung Pferdehälften bekommen und auch fotografiert. Nach längerer Überlegung habe ich mich aber entschlossen, es nicht auf meinem Blog zu posten, da wir sicher ein paar Pferdefreunde hier haben, die ich nicht verstören will. Ich selbst war tief getroffen, aber wenn es jemand wirklich unbedingt sehen will, dann schickt mir ein Kommi und ich schicke es euch per Email – also wirklich nur für die ganz Starken unter euch 😉

Leider schulde ich euch noch immer die Vogelnamen, auch heute konnte ich keine passenden Schilder finden. Ich werde wohl die Pfleger nach dem englischen Namen fragen müssen und ihnen die Fotos unter die Nase halten 😉

Aber hier habe ich noch ein paar weitere Tiere, die hier herumschleichen:
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Das sind übrigens Mininilpferde. Damit man das Größenverhältnis gut erkennen kann, hat man hier die Schädel eines Nilpferdes und eines Minis nebeneinander gestellt, damit man auch die riesige Zähne gut sehen kann. Nilpferde gehören zu den gefährlichsten Tieren in Afrika, da sie nicht zimperlich mit ihren Hauern sind und Menschen aufspießen können, wenn sie sich bedroht fühlen.
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Heute hatte ich auch eine sehr nette Aufgabe. Ich habe begonnen das Terrarium der schwarzen Mamba zu leeren, reinigen und neu zu streichen. Natürlich hat man mich gebeten, ob ich nicht eine hübsche Landschaft malen könne und nun versuche ich natürlich mein Bestes. Es lastet aber ein schwerer Druck auf mir, da sie meine gematen Bilder aus dem Internet kennen und wissen, dass ich international ausgezeichnete Künstlerin bin. Drückt mir also bitte die Daumen, dass ich es nicht verbocke. Hier ein Foto, wie es vorher aussah und danach der Letztstand, als ich heute Schluß gemacht hatte. Ich hoffe am Freitag fertig zu werden, denn die hochgiftige Schlange befindet sich nur durch eine hauchdünne Holzschiebetüre von mir getrennt und ihr Gift tötet in min. 15 Minuten und max. 3 1/2 Stunden. Es gibt vor Ort kein Gegengift und ich müsste mit dem Helikopter nach Kapstadt geflogen werden. Ach ja, habe ich bereits erwähnt, dass die Südafrikaner ein anderes Zeitgefühl haben als wir? Wenn sie also sagen ‘in 10 Minuten’ dann muss man mit 30-40 Minuten rechnen! Soviel zu meinen Überlebenschancen. Der Betreuer sieht morgens immer selber sehr vorsichtig nach, ob das Tier nicht rüber gekrochen ist, bevor ich hineinkrieche!!!!

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Und? Was meint ihr? Bin ich auf dem richtigen Weg? Wollt ihr was zum Lachen haben? Ich habe mir fürs Malen alte Voluntairkleidung ausgeliehen. Leider war die Stoffhose recht eng, sodass es einmal recht herzhaft ‘Ratsch’ beim Bücken gemacht hat. Tja, ein unschöner Anblick, vor allem, wenn die Besucher vor dem Glas sind und mir beim Malen zusehen … ojemine 😉

So geschickt wie ich war, habe ich die Hose samt Schlüssel entsorgt, sodass ich morgen eine Stunde früher auf der Ranch sein muss, bevor die Reinungsleute den Müll raus bringen. Gut, genug Blamagen offenbart! Hier noch ein kleines Leckerli für euch. Ich habe die tollpatschigen Gehversuche der Tigerbabys online gestellt:

Tigercub vs. stairs

Liebe Anni! Heute bekommst du ein Gefühl dafür, was ich damit meine: sie sind tollpatschig ;o) Und ja, wir gehen mit den Tieren auf der Ranch spazieren, sodass die Besucher auch ab und zu sehen, wie die Tiere an ihnen vorbeispazieren. Bei uns im Zoo von Wien erlebt man das nie 😉

Lieber Schatz! Ja, das erste Buch ‘Enujaptas Fluch’ hätte sich klasse dort drehen lassen. Falls jemand von euch das Video zu meinem Science Fiction Roman noch nicht kennt, hier der Link dazu ;o) Ach ja, es macht sich sogar doppelt gut als Weihnachtsgeschenk! Erstens für den Beschenkten und zweitens für die Autorin 😉 Es ist im Buchladen zu bestellen oder Online auf Amazon, Thalia und Co. zu erwerben.

http://www.youtube.com/watch?v=c-Fihb1iwMc

Ich habe nun auch wegen den Krokos nachgefragt. Das älteste hier ist 47 Jahre alt und dient noch als Model für die Animal Encounters 😉 Die zwei kleinen Exemplare sind tatsächlich zwei Jahre alt, sollten aber eigentlich schon einen halben Meter oder Meter groß sein. Es sind tatsächlich Nachzügler, also waren quasi die kleinsten aus dem Gelege, die es für gewöhnlich nicht einmal schaffen würden, in freier Wildbahn die ersten Wochen zu überleben. Ich habe heute erfahren, dass die Cango Wildlife Ranch ursprünglich sogar eine Krokodilfarm war und die Tiere übernommen wurden 😉

Lieber Michael! Ja, es ist eine sehr exotische Anlage und die Zeit vergeht bereits viel zu schnell. Und die Tigerbabys können besser brüllen. Zumindest das eine, dass bei seiner Mutter aufwächst, hat schon ordentlich etwas drauf 😉 Leider ist ja das vierte unabsichtlich von einem Artgenossen erdrückt worden und nun ist es mit Ma ganz alleine und brüllt daher am lautesten, während die beiden Schwestern für Animal Encounters heute das erste Mal von den Parkgästen besucht wurden.

Und wir haben gestern wieder Nachwuchs bekommen. Pfauenkücken. Leider sind die Fotos unscharf geworden, daher erstmal der Papa. Ich versuche sie nochmal zu erwischen, bevor sie alle weg sind 😉

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3 Responses
  1. Anni says:

    cool ein Asgeier xD was vor geräusche machen die denn?

  2. Wilfried says:

    Wow, kannst Dich sogar dort künstlerisch betätigen. Wird sicher schön, pass nur bitte auf, dass die Giftschlange wirklich solange draußen bleib, solange Du da drinnen herumwerkst.
    Auf die Fotos der Pfauenküken bin ich auch gespannt und hoffentlich kommst Du morgen rechtzeitig, damit Du Deinen Schlüssel noch erwischt ;o).

  3. Michael says:

    Wow ich bin immer wieder über die Arten Vielfalt überrascht,man könnte wirklich den Eindruck bekommen das alle Tiere Afrikas dort auf der Ranch ein Zuhause haben.Ich drücke Dir die Daumen das der Laptop durchhält klingt ja wirklich nach einem Leben am Limit 😉 .Ich glaube es war eine sehr weise Entscheidung die Bilder von den Pferde hälften nicht in den Blog zu nehmen ;-). Das Terrarium sieht schon sehr gut aus,besonders der Himmel mit den Wolken wirkt auf dem Bild sehr realistisch,schön,ich bin schon gespannt wie es aussieht wenn es fertig ist,ich hoffe du stellst dann ein Bild online.Dir noch viel spaß und laß Dich nicht von der Mamba fressen oder von Krokos anknabbern ;-).Viele Grüße Michael

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