3. Tag ‚TEAIA‘

Tagebuch einer Autorin in Afrika

Heut – zumindest die erste Tageshälfte – war kein Tag für Künstler. Ich bin mit Halsschmerzen munter geworden und die hätte ich liebend gerne auf meinen letzten Tag in Afrika verlegt. Daher hab ich mich schon mit Neocitran vollgestopft und lege mich heute besonders früh nieder.

Eine kleine Belustigung. Schaut mal wo hier der Fehler liegen könnte: der einheimische Stromstecker und mein Multiadapter:

3.Tag_3

Tja, ich musste einen neuen kaufen.

Dann habe ich es natürlich geschafft, das falsche E-Ticket auszudrucken und habe das richtige nun nur aus dem Internet abgeschrieben. Vor Ort bin ich dann drauf gekommen, dass ich die Abflugzeit vom Rückflug mit dem Hinflug verwechselt habe. Zum Glück war er 2 1/2h später und nicht umgekehrt, so musste ich so lange am Flughafen ausharren. Dann noch den Koffer ausräumen, da ich wieder 5kg zu viel hatte- eh kloar ;o(
Dann ging es in einer Miniminiminimaschine los. Der Flug dauerte gerade mal eine halbe Stunde und dann war ich in George. Ganz aufmerksam habe ich die Szenerie beobachtet und sie lässt sich wie folgt beschreiben: Es gab nicht enden wollende Gebirgszüge, die sich beinahe parallel über völlig ebenmäßiges Gelände erhob. Sie sahen aus, wie hohe Adern auf der Erdkruste, die afrikanisches Blut förderten. Die Landesstruktur war gezweichnet von Feldern, die alles andere, wie das symmetrische Rechtecksysstem unserer Agrarwirtschafter darstellten. Sie waren gewellt, geschwungen und erinnerten eher einer Oberfläche des menschlichen Gehirns. Die Farbschattierungen ging von grün ins braun und ocker. Flüsse suchten sich die unmöglichsten, nicht enden wollenden Kurven aus, und versuchten förmlich den längsten Weg zu ihrem Endziel zu finden, ohne sich selbst im Wege zu stehen.
Doch die Landschaft veränderte sich sichtlich. Die bräunlich gefärbten Gewässer wurden dunkelblau, die Felder wurden satter, es kam rötliche Erde dazu, Nadelwälder bedeckten die Gebirgslandschaften, wie Moos, und nur die Straßen bildeten einen scharfen, weißen Kontrast. Die Felder wurden rund und symmetrischer und urplötzlich bekam ich den Schock meines Lebens! Musste ich so viele Kilometer reisen,um letztendlich wo zu landen, wo es exakt aussah, wie in Österreich???!!!
3.Tag_1

Oder wie seht ihr das?

Auch bei meiner 45min Fahrt nach Oudtshoorn, wo die Wildliferanch CANGO stationiert ist, musste ich erkennen, dass ich wirklich absolut keine Ahnung von Afrika und dessen Vegetation hatte. Nadelwälder, sattes Grün und die Alpen grüßten mich! Der Gedanke, dass hier noch um 1958 der letzte freilebende Löwe herumspaziert sein soll, war für mich nicht vorstellbar. Er musste zwischen der grünen Pracht herausgestochen sein, wie ein bunter Hund ;o)
Aber auch in den 45min konnte ich Veränderungen erkennen, als ob Afrika darauf spezialisiert wäre, sich wie ein Chamäleon zu verändern. Die Bäume wurden niedriger und durch gräuliche Büschchen ersetzt. Es kamen hier und da gelbliche und rötliche zum Vorschein. Urplötzlich wurde die beige Erde feuerrot und hier und da pflasterte eine Palme den Weg. Trotzdem war es nicht das Bild von Afrika, das ich im Kopf gespeichert hatte. Keine Steppe, dürren, vertrockneten Pflänzchen … gerade einmal ein paar Straußenfarmen haben das Bild etwas verschoben.

3.Tag_2

Als ich auf der Ranch angekommen bin, wurde mir eine Ehre zu teil. Ich darf in einem eigenen Zimmer mit Bad mit dem Besitzer der Ranch zusammenleben. Die Familie ist viel gereist und Souvenirsammler, wie ich selbst. Sie haben Tigerfelle, Riesenalligatoren ausgestopft im Wohnzimmer stehen. Aber alles Tiere, die auf der Ranch verendet sind, keine gejagten! Es ist eine traumhafte Lodge, im afrikanischem Flair, mit Pool, Poolbar, Feuerstelle im Haus und Grillstelle. Einem riesigen Biotop mit zwei Wasserfällen, einer riesen Bibliothek mit eingelegten Exponaten von Tieren aller Welt! Ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus!

3.Tag_4

Aber nun fragt ihr euch sicher – ob ich schon ein besonderes Tiererlebnis hatte … Und ja, mir kommen noch immer die Tränen bei dem Gedanken. Ich hatte das Glück zwei weiße Babytiger mit blauen Augen zu streicheln und etwas Zeit mit ihnen zu verbringen!!! Weiße Bengaltiger! Leider ist es mir jedoch erst nächste Woche gestattet, die Fotos Online zu stellen, da sie noch nicht offiziel vom Zoo beworben wurden. Das Risiko ist noch zu groß, dass etwas passiert. Erst letzte Woche ist das dritte Tier verendet, Es sterben leider recht häufig Tiere hier. Krankheiten, Unfälle oder die Abstoßung durchs Muttertier sind die Ursachen. Aber sobald ich grünes Licht bekomme, werde ich euch natürlich daran teil haben ,o)

Morgen darf ich die Animal Encounters erleben. D.h. der erste Tag wird dafür genutzt, so viele Tiere, wie möglich kennenzulernen und persönlichen Kontakt mit ihnen zu haben. Ich hoffe, ich bekomme viel Möglichkeiten, Fotos zu schießen – drückt mir die Daumen, denn jetzt werden meine Träume wahr!

Lieber Michael – du musst definitiv hier her kommen! Es ist traumhaft hier!

Schlaft gut und bis morgen! Ich freue mich auf euch!

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4 Responses
  1. Anni says:

    Ist es arg warm dort?!? Und nett ein Aligator im wohnzimmer auch net schlecht 😀

  2. Michael says:

    Wow wow wow,es hört sich wirklich wunderbar an :-).Durftest du den Tigerbaby´s auch die Flasche geben ?? Ich durfte dieses mal tun und die haben richtig geschnurrt :-).Das du jetzt Halsschmerzen hast ist natürlich weniger schön,ich hoffe das daraus keine Erkältung wird.Schade das du nur so wenige Bilder veröffentlichen kannst.Ja du hast recht auf dem einen Bild sieht es wirklich so aus wie in Österreich oder auch über Deutschland 🙂 Hammer.Das Bild von der Ranch sieht ja urig aus dort, schön :-). Besonders der Alligator 😉 ich glaube ich wäre schon über ihn gestolpert (ungeschickt kann ich manchmal gut ) ;-).Ich wünsch dir viel spaß in den Animal Encounters wird bestimmt ein tolles Erlebniss 🙂 Ja ich bin im Moment echt ein wenig neidisch 😉 Viele grüße Micha.

  3. Anni says:

    ich hab bis jetzt nur die bilder gesehen ich les es morgen mit hoffnung das sich meine frage dann erledigt also meine frage: Was zur Hölle soll der Aligator im zimmer :O

  4. Wilfried says:

    Na das mit dem Stecker hatten wir ja schon befürchtet. Ich hoffe die Halsschmerzen beruhigen sich wieder um Du bist fit für die kommenden Abenteuer. Das mit den Tigern ist echt Wahnsinn, schade, dass die Fotos noch nicht freigegeben sind. Ach Ja, der Vergleich mit Österreich hinkt ein wenig, heute hatten wir null Grad und etwas Schnee ;o).

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