Die Frage des Stils

Guten Morgähn, meine Lieben!

Ich studiere immer recht interessiert die Rezensionen und Kommentare meiner Bücher, um zu erkennen, wie sie wirken und woran ich noch arbeiten muss. Ich finde es aber auch faszinierend, Dinge über mich selbst zu erfahren. Z.B.: dass ich meine Protas gerne tanzen lasse und durch meine Detailbeschreibungen Bilder erzeuge und mein Stil Wiedererkennungswert besitzt. Aber wo wir schon beim Thema sind, was ist ein Stil eigentlich? Ist es etwas, dass man lernen oder üben kann? Kann man ihn abkupfern oder um 180 Grad ändern? Meiner Meinung nach ist der Stil wie ein Fingerabdruck des Autoren, den er nicht ablegen kann. Gewisse Splins, Ausdrücke oder Floskeln die sich in den Jahren eingebrannt haben, die Art Dinge zu Beschreibung und zu sehen, Szenen aufzubauen etc. Versteht mich nicht falsch, ich glaube schon, dass man ihn verfeinern, verbessern und daran arbeiten kann, aber der Grundstock steht in unseren Zellen geschrieben, ist fest verankert und unausweichlich. Man kann gegen gewisse Macken ankämpfen, sie ausräuchern, aber am Gesamtwerk erkennt man den Stil immer noch. Und daher denke ich mir, es ist auch schön, einen eigenen Stil zu haben. Manche mögen einen nicht gefallenden Stil als holprige Sprache, schlecht redigierten Text, merkwürdige Formulierungen oder Einsatz von Eigenkreationen bezeichnen, doch es wird Leser geben, die genau diese Art des Ausdrucks lieben und weitere Bücher verschlingen werden. Daher plädiere ich an die Schreiberlinge – steht zu eurem Stil und bleibt ihm treu. Hegt und pflegt ihn, verfeinert ihn, aber steht dazu, samt der Macken und der Glücksgriffe, die er mit sich bringt ;o)

ansichtssache

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4 Responses
  1. Leseratte says:

    Liebe Celeste,

    jetzt hab ich doch schon einige deiner Romane bzw. Leseproben gelesen. Ich traue mir aber nicht zu, anonyme Texte von dir zu „erkennen“. Ich habe in deinen Werken weder wiederkehrende Rechtschreibfehler noch sonstige „Eigenarten“ entdeckt. Trotzdem glaube ich zu verstehen, was du in deinem Blog-Eintrag meinst. Ich erinnere mich z. B. an die junge Schriftstellerin Steffi Markstoller. Von ihr habe ich fast alle Romane gelesen. Nach dem 2…3 Buch ist mir dann bewusst geworden, dass es bestimmte Merkmale im Satzaufbau und in der Charakterisierung ihrer Protagonisten gibt, die sich in jedem ihrer Werke widerspiegeln. Endlos lange, zig-fach ineinander geschachtelte Sätze zum Beispiel. Oder unendlich naive Darsteller beim typischen „Anbaggern potentieller Partner“. Oder immer wieder die grammatikalisch verkehrte Schreibweise …alleine… (statt: allein). Das sind Merkmale, an denen ich vermutlich auch ein anonymes Buch von Steffi erkennen würde.
    Bei dir bin ich mir da nicht sicher. Aber vielleicht kommt das ja noch beim Lesen deines nächsten Romans.

    Liebe Grüße
    Manfred

    • admin says:

      Lieber Manfred!

      Ich schätze Schachtelsätze sind auch ein kleines Problem von mir, aber ich reduziere sie nach dem Entwurf immer um ca. die Hälfte, damit du weißt, wie viele es sonst wären ;o) Ansonsten glaube ich viele Eigenkreationen zu machen, die ich vielleicht als gelungen oder poetisch empfinde, aber nicht weiß ob sie bei der Breiten Masse auch so erkannt werden. Damit befasse ich mich aber beim Schreiben selbst nicht. Meistens lasse ich es setzen, lese es am nächsten Tag nochmal und dann nach ca. 4 Wochen, wenn alle Betaleser durch sind und das Korrektorat ansteht nochmal. Wenn mich meine eigenen ‚Kreationen‘ überzeugen können, bleiben sie einfach ;o)
      Und ich bin gespannt, ob du noch Eigenarten in meinen Bücher oder Weiterentwicklungen erkennen kannst ;o) Ich glaube, du bist ein sehr aufmerksamer Leser und wirst mir sagen, wenn dir etwas unter kommt.
      lg C

  2. fadenvogel says:

    Dinge, die du gerne machst:

    Du läßt deine Hautdarstellerinnen gerne überlegen, ob sie sich mit weiblichen Charme rausreden können. Eigentlich ist es das erste, was ihnen in den Sinn kommt und sie ärgern sich, weil das aus irgendwelchen Gründen nicht in Frage kommt….

    Du läßt sie auch gerne zwirbeln (so sagst du das nicht, aber ich hab den Text grad nicht da…). Ich meine, sie fingern gerne am T-Shirt-Rand oder an anderen Sachen herum. Nervös, versteht sich.

    Mach weiter so, Celeste! Wenn du alle mit ins Boot holen wollen würdest, müßtest du dies kleine schicke romantische Segelboot verkaufen und dir einen Tanker holen…und wer würd denn schon gerne neben Containern verführt werden….

    • admin says:

      Danke liebe Sabine, dass du mir immer ein Lächeln ins Gesicht zauberst ;o) Verunsicherung ist ja manchmal gut um am Boden zu bleiben, aber wichtig ist, dass man sich selbst treu bleibt. Also segeln wir lieber mit dem schick romantischen Boot ;o)
      lg und ein schönes WE
      Celeste

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