Bücher: berieseln oder Anspruch?

Hallo, ihr Lieben 😉 !

Durch Kontakte auf Plattformen und Infos durch AutorenkollegInnen bekomme ich immer mehr Einblick in die Welt des Selfpublishing und ich bin immer wieder überrascht, was ich Neues dazu lerne. Zum Beispiel ist ein neuer Rekord aufgestellt worden. In den Top 20 des Amazon-Rankings sind erstmalig nur Selfpublisher und keine Verlagsbücher zu finden. Ist das nicht unglaublich? Ich frage mich nun, was bedeutet das fürs Verlagswesen auf dem deutschen Markt? Wie wird es sich die nächsten Jahre verändern, um wettbewerbsfähig zu bleiben und nicht zu viel vom ‚Kuchen‘ zu verlieren?

Des Weiteren ist mir zu Ohren gekommen, dass man auf Platz 1 1.200 Bücher verkauft und auch mehr, was bei einem Preis von 2,99 Euro ca. 2.400Euro pro Tag entspricht – lasst euch das einmal auf der Zunge zergehen. Ist schon unglaublich, dass eine gekonnte Aneinanderreihung von Worten mehrere Tausend Leser veranlasst, ein Buch zu laden? Und zwar nur oder ausschließlich die richtige Anordnung 😉 Das Rezept gilt es zu finden und wenn man sich die Leseproben einiger hochplatzierter Werke ansieht, sind es meist einfache Geschichten, mit einer Erzählperspektive, einem Handlungsstrang, einfachem Wortschatz und in Mundart geschrieben. Also Werke, die nach einem anstrengendem Arbeitstag am leichtesten in die Gehirnwindungen rieseln. Geschichten zum Schmunzeln, Zerfließen und Fallen lassen. Entspannung für die Seele und ein sich Baumeln lassen auf Knopfdruck.

Anspruchsvolle Leser, die komplexe Werke, mit mehreren Perspektiven, parallelen Handlungssträngen lesen, wo Infos zwischen die Zeilen gestreut werde, die er aufsammeln muss, um am Ende die Verknüpfungen und die Auflösung erkennen zu können, sind ein anderes Kaliber. Diese Leser zu finden und zu halten ist schwierig und eine Königsdisziplin ;o) Wobei ich glaube, dass diese auch besonders treue Leser sind. Sie wollen Rätsel lösen, brauchen die Spannung, die sie ins Geschehen zieht und sie erst zum Schluss wieder ausspuckt. Abenteuer erleben, ein rasender Puls, schockierende Erkenntnisse und raffinierte Lösungen, sind ihre Welt, für die sie gerne auch mehr hinblättern 😉

Zu welchen Lesern gehört ihr und zu welchen Schreiberlingen würdet ihr euch zählen?
Lasst mir doch wieder eure Meinung hier, würde mich freuen!

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4 Responses
  1. Vincenzo says:

    also ich muss sagen das der Cover für mich erst an dritte Stelle kommt.
    Ich fälle meine Entscheidungen nach diese Reihenfolge:

    1. Titel
    2. Klappentext
    3. Cover

    bei Ebook kommt sogar noch Preis/Seitenanzahl vor den Cover.
    Bin wahrscheinlich anders gestrickt 😉

    • admin says:

      Ich finde es gut, dass Leser unterschiedlich auf ein Buch reagieren und auf verschiedene Punkte beim Kauf eines Buches achten. Es zeigt wie individuell Leser sind und das ist auch gut so ;o)
      Also bleib wie du bist ;o)

  2. Interessante Perspektive!
    Aber die Aneinanderreihung der Worte alleine reicht nicht, um unter die Top 100 oder sogar Top 10 zu kommen.
    Ohne Werbung geht das nicht. Gut, das sind auch wieder „nur“ aneinandergereihte Worte. Aber wann und wo man die platziert bzw. platziert bekommt spielt schon auch noch eine Rolle.
    Und nicht zu vergessen die Bilder. Die Leute entscheiden beim Buchkauf in dieser Reihenfolge:
    1. Cover
    2. Titel
    3. Klappentext

    • admin says:

      Das stimmt. Ich habe auch einmal gelesen, dass das Cover ca. 75% der Kaufentscheidung ausmacht. Dennoch weiß ich von dem Fall, der mir im Kopf rumschwirrt, dass das Cover nicht unbedingt professionell ist und auch kaum Werbung dafür gemacht wurde ;o) Manchmal ist es ein sehr spannendes Phänomen.

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