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8. Tag ‚TEAIA‘

Tagebuch einer Autorin in Afrika

Heut zum 30. November muss ich zu aller erst das Geburtstagskind im Lande
recht herzlich zum 60iger grüßen! Feier schön, die Kätzchen und ich stimmen mit ein, lieber Ernst!

Ernsti

Also, ich bin mir sicher, so einen Geburtstagsgruß bekommt man nicht so oft ;o) Feiert schön!
Und falls ihr denkt, die Raubkatzen sind alle narkotisiert, weil die immer bei den Fotos schlafen – ihr irrt gewaltig! Sie schlafen zwischen 16 und 21 Stunden am Tag und die Betreuer gehen vor den Fotos zu ihnen geben ihnen einen Rückenmassage, bis sie sich schnurrend hinlegen und darauf warten, dass man weiter macht ;o) Ich hab mein Bestes gegeben, damit Luigi sich wohl fühlt. Die Geparden haben so verdammt lange Wimpern und ich hab mich total in ihr Schnurren verliebt!

Interessanter Fakt: Es gibt Großkatzen und Kleinkatzen in der Familie der Raubkatzen. Der Unterschied besteht darin, dass die Kleinkatzen schnurren können und die Großkatzen eher ‚röhren‘. Die Tiger zum Beispiel begrüßen uns immer mit einem Geräusch, wie das durchblasen der Nüstern von Pferden. Eigentlich klingt es merkwürdig. Vielleicht komme ich auch noch dazu das aufzunehmen ;o)

Eigentlich hätte ich heute und morgen frei, doch es gibt ein Findelkind auf der Ranch: ein kleines Babyschaf, dass in der Verantwortung der Voluntaire liegt und daher musste ich heute kurz rüber, um es spazieren zu führen und zu füttern. Nachdem ich gestern dachte, mein Gesundheitszustand lässt ein Ausgehen bereits zu, wollte ich mit in einen Billardclub und anschließend kurz in eine Tanzbar mitgehen. Immer diese Angst, etwas zu verpassen … Nun zahle ich die Rechnung dafür. Ich liege mit Bronchitis im Bett und war schon bei Arzt, um mich picken zu lassen. Nun bin ich auf Antibiotikadiät gesetzt worden und darf das ganze Wochenende nicht aus dem Haus. Das Abschiedsessen am Abend mit ein paar netten Leuten verpasse ich nun, sowie die Cango Caves morgen samt Straußenreiten und Farm. Nicht zu vergessen, kein Training mit den Servalen und auch kein Spazierengehen mit den Babygeparden an der Leine … ich muss jetzt wohl nicht zum Ausdruck bringen, wie sauer ich gerade auf mich selbst bin … also lassen wir das.

Also, wieder zu schöneren Themen. Gestern durfte ich die Tiger füttern:
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Jami! Heute auf der Speisekarte: Eselkeulen und Gerippe. Das Meer an Fliegen war kaum zu bändigen! Es war merkwürdig dieses Fleisch anzufassen, da die Haut und die Sehnen ganz weich und elastisch waren und man irgendwie noch die Intention hat ‚das hat gelebt!‘ Aber so ist es nun einmal. Die Kätzchen waren auf jeden Fall total happy. Hier noch ein paar nette Bilder:

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So, die Kitties waren happy und es war atemberaubend, zu sehen, wie sie ihre Beute schnappten und in Sicherheit brachten. Als das kleine weiße Bengalbaby bei Mama mitnaschen wollte, wurde es sofort lautstark zurecht gewiesen. Streng, muss man wohl sagen ;o) Mama teilt nicht gerne.

Damit ihr auch mehr von dem Park sehen könnt, habe ich noch ein paar andere Tiere angehängt, da es 500 Tiere hier gibt und vor allem sehr viele weiße Varianten:

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Dieses Stachelschwein ist übrigens diesmal wirklich ein Albino, da es rote Augen hatte ;o)

Hier die schwarze Variante, die euch sicher eher bekannt ist:
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Wir haben die kleinen Racker bei der Hitze mit Obstschlecker verwöhnt, die wir aus Obststücken wie Bananen, Äpfeln, Pfirsichen etc. fertigten und mit Wasser in das Gefrierfach geschoben hatten.

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Hier weiße Löwen (keine Albinos). Ich habe mir sagen lassen, dass das Enrichment (Beschäftigung) bei ihnen verdammt schwer ist, da sie zu den faulsten Tieren zählen und kaum mit Spielzeug zu beeindrucken sind. So viel zum König des Dschungels ;-D

Was gibt es sonst noch so über Afrika zu sagen? Wir waren gestern in einer Tanzbar, die um 21:00Uhr begann. Es wurden Oldies, wie aus Dirty Dancing gespielt. Ab 22:30Uhr war sie bummvoll und es spielte Chartsmusik, wie bei uns – war etwas wunderlich für mich. Und um sage und schreibe 24:00Uhr sind die Leute wieder nach Hause gegangen!! D.h. das Ausgehen hier spielt sich viel früher ab, als bei uns. Noch dazu war die Spilunke wie aus den 80er herausgeschnitten und auch die Leute, wirkten so auf mich. Daher habe ich mich nach 20min Tanzeinlage von der Tanzfläche zurückgezogen, da sie mich ansahen … okay, lassen wir das mal. Ich glaube, jene, die mich tanzen gesehen haben, wissen was ich meine ;-D
In Oudtshoorn gibt es nur einen Taxifahrer. Demenstprechend nutzt es auch nichts, wenn man ihn um 21:00Uhr bereits für 00:30Uhr bucht – er lässte einen trotzdem 30min lang in der Kälte warten ;o( Ich schätze, das ist gewöhnungsbedürftig.

OHH! Ich habe noch eine Horrorstory für euch mit Gänsehautcharakter! Sitzt ihr? Dann lasst es über euch hinwegfegen: Ich kam um ca. 1:00 Uhr zu Hause an und die Eingangstür stand sperrangelweit offen! Langsam schlich ich mich hinein und wagte es kaum zu atmen. Ich wartete, bis sich meine Augen an die Dunkelheit angepasst hatten und konnte das leise Knirschen meiner Schuhe auf dem Holzboden hören. Plötzlich lag etwas Undefinierbares vor mir auf dem Boden, sodass ich ganz, ganz langsam zum Lichtschalter der Toilette gegriffen habe, welche direkt neben mir war. Das Licht brachte das gesamte Horrorausmaß zu Tage: In der Toilette befindet sich nämlich ein kleiner Korb für Damenbinden und benutzen Tampons, da diese in Afrika nicht über die Toilette entsorgt werden dürfen. Und welches Tier auch immer sich Zugang zum Haus verschafft hat, hat das Blut gerochen. Immerhin hatten wir gestern ein afrikanisches Barbecue, denn Pool, Poolbar, Wasserfälle, Sonne, etc. laden zum Feiern ein und alle 18 Voluntaire waren beim Haus des Besitzers – liebevoll Mr. ‚E‘ genannt – eingeladen. Wie dem auch sei, hat irgend ein Tier diesen Korb beplündert und Toilettenpapier und Blut bis ins Wohnzimmer verschleppt!!! Ich hörte die Titelmusik von Psycho in meinem Kopf, als ich die Luft anhaltend durch das dunkle Haus schlich. Nur die Außenbeleuchtung und der Mond brachten stellenweise Lichtquellen, die mysteriöse Schatten warfen. Meterweit, konnte ich Spuren sehen, aber ich konnte die Abdrücke nicht zuordnen. War es ein Serval? Ein Luchs? Warum war die Tür offen und vor allem … war das Tier noch immer im Haus? Panik kroch ein klein wenig über meinen Rücken, sodass ich mich nach meinem nichts entdeckenden Streifzug durch die Küche, erleichtert in mein Zimmer zurückzog. Nur eine halbe Stunde später kam meine Kollegin, die im Zimmer neben mir wohnt und ich erzählte ihr die Story, dann hörten wir merkwürdige Geräusche und lautes Fauchen. Sie bekam solche Angst und die Lichter waren an, die Eingangstüre nicht zugesperrt und der Besitzer legt Wert darauf, dass die letzte Person schließt und abdreht. Daher scheuchte ich sie wieder hinaus, um dies zu erledigen … dann plötzlich wieder ein leutes Fauchen. Wir versperrten uns vom Eingangsbereich und gingen die Optionen durch. Die andere Tür zur Garage war offen, sodass das Tier von dort aus wieder das Haus verlassen könnte. Noch dazu hatten weder die Hunde noch die Katzen Alarm geschlagen, daher beschlossen wir, dass wir Mr. und Mrs. ‚E‘ nicht aufwecken und legten uns nieder. Ich brauche wohl nicht erwähnen, wie mir die Haare zu Berge gestanden haben, als ich hellhörig die Nacht auf Geräusche reagierte: schiebende Holzgeräusche, Rascheln,… Letztendlich wurde die Situation als so erklärt, dass die Tür durch den Wind aufging und es zwar einen Luchs in der Nähe gebe, sie aber eher den Hunden die Sauerei anrechnen und das Fauchen von den Katzen kommt, die mit einer wilden Katze regelmäßig nachts raufen. Gänsehautfeeling war es allemal ;o) Was meint ihr?

So genug für heute! Bis morgen, ihr Lieben!

PS:
Mein Schatz: Ja, du hast Recht, die Maschendrahtzäune sind nicht unbedingt beruhigend bei den Tigern, aber es hat seit es den Park gibt noch nie Unfälle gegeben und die Gehege stehen auch unter Strom. Fakt ist, dass das eine Foto mit dem im Sprung befindlichen weißen Bengalweibchen exakt der Angriff auf mich eine Millisekunde später war. Er ist so sensibel, dass ich sogar drei Meter vor dem Zaun nichts verloren habe und ihm ein elektrischer Strom offenbar nicht abschreckt ;o) Trotzdem ist diese Naturgewalt unheimlich atemberaubend und schön und ich erlebe eine unglaublich schöne Zeit mit den Tieren 😉

Lieber Markus! Du hast das was verwechselt: die Weibchen der Geparden, sagen, wer ihnen gefällt und wer nicht ;-D Manche Dinge erinnern an die Menschen …

Lieber Michael! Ich kann dir auf jeden Fall empfehlen, diese Ranch zu besuchen, da sie sehr dankbar für Hilfe und Ideen sind, wie man den Park noch verbessern kann. So basteln wir Spielzeug für die Tiere, die für sie ungefährlich sind, versuchen Mülltrennung einzuführen, geben hier und da Tipps, wie man das Voluntairprogramm noch effizienter gestalten kann etc. und noch dazu bekommt man hier tatsächlich jede Frage zu den Tieren geduldig  beantwortet ;o) Zum Shoppen komm ich leider nicht, da ich jeden Tag arbeite und eigentlich am Wochenende Trips unternehmen wollte ;o)

Liebe Anni! Ich muss gestehen, ich hätte mir das Fell der Raubkatzen eigentlich weicher vorgestellt. Speziell jenes der Gepardenjungen, welches sehr borstig war. Auch die Tigerbabys waren nicht sehr flauschig. Auch das Fell der Luchse und des Servals hätte ich eher als kurz und glatt beschrieben, so wie jenes eine Hundes (Dobermann etc.)

Lieber Herbert! Ich habe dir ein ganz spezielles Souvenir besorgt ;o) Es stammt von einem der Tiere des heutigen Beitrages ;o)

7. Tag ‚TEAIA‘

Tagebuch einer Autorin in Afrika!

So heute folgt Teil zwei meines gestrigen Ausfluges in die Zuchtstation. Diesmal habe ich mir die weißen Bengaltiger und die uns optisch bekannte braunen Bengaltiger angesehen.

Ihr werdet heute atemberaubende Fotos zu Gesicht bekommen, die man nicht so oft zu sehen bekommt und ich schätze, meine Beschreibungen schaffen es nicht in Worte zu fassen, wie es sich anfühlt, solchen Tieren direkt ins Auge zu blicken. Ich hatte Kartons mit Stroh von den Lämmern gefüllt und ihnen ins Gehege stellen dürfen und dann haben wir beobachtet, was passierte. Es gibt fünf Tiger. Drei braune und zwei weiße, wobei das weiße Männchen höchst angriffslustig ist und wenn man den Sicherheitsabstand von drei Metern vor dem Zaun nicht einhielt, sprintete er direkt auf den Zaun zu und glaubt mir – das Herz setzt dann kurz aus und dann rast Adrenalin durch die Adern, wie man es noch nie zuvor erlebt hat, wenn er mit voller Wucht gegen den Zaun stößt. Und das, obwohl er zusätzlich mit Strom durchzogen ist! Leider ist ausgerechnet dort der Wasserhahn angebracht, um die Trinkbehälter der Tiere zu reinigen und aufzufüllen, was auch unsere Aufgabe war. Also wirklich ein Drahtseilakt, wenn man selbst zur visuellen Beute des Tieres wird. Hier ein paar Fotos, damit ihr vielleicht die Emotionen etwas nachvollziehen könnt:

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Obwohl es auf der Welt nur noch zwischen 5.000 und 7.000 weiße Bengaltiger gibt, wird ihre Züchtung nicht gefördert, da sie in Amerika auf dem Schwarzmarkt um nur 400 Euro verkauft werden. Sie behalten durch Inzucht ihre weiße Farbe und nicht durch die Zucht der wahren Rasse. Es ist einfach nur ein ‘blonder’ Tiger und nur seltener. Um diesen Trend nicht zu unterstützen, gibt es leider keine offiziellen Förderungen, diese Rasse zu züchten und daher wird es auch beim Cango Park nicht viele von ihnen geben, da sie 4 bis 7kg Fleisch benötigen und bis zu 18/25 Jahre alt werden können. Für die hier stationierten fünf Tiger mussten drei Mitarbeiter abgestellt werden, für die Betreuung, Wartung des elektrischen Zauns etc. Das ist sehr teuer. Nur wenige Zoos können sich das leisten. Nun findet der Zoo auch nur schwer ‘seriöse’ Abnehmer, da es in Südafrika leider erlaubt ist, Tiere für die Jagd zu züchten und zu ver/kaufen. Natürlich wollen sie nur Tiere züchten, wenn die Möglichkeit besteht, sie in gute Hände zu geben.

Derzeit ist es auch nicht geplant, weder die Geparden, noch die Tiger wieder auszuwildern, da es leider kein Habitat gibt, wo sie sich weitläufig frei bewegen können, ohne gejagt zu werden oder so abgeschnitten zu werden, dass es wieder zu fehlerhaften Inzuchten kommt, wie es bereits dreimal bei den Geparden in den letzten Jahren passiert ist. Es entstehen enorme Fehlbildungen und Fehler in den Genen, die irreparabel sind, sodass es nun in erster Linie darum geht, diese Rassen rein zu erhalten.

Hier noch ein paar Fotos der einjährigen Tigerbrüder, die mich bestimmt zum Spielen umgerissen hätten, wenn nicht der Zaun da gewesen wäre und Ronny, dem mein Spielkarton sehr gefallen hat. Diese komische Fratze, die er zog, dient, um den Geruch identifizieren zu können und wird wie bei den Pferden ‚flehmen‘ genannt.

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Ach ja, das letzte Foto fand ich so interessant, da ich immer dachte, die Streifen der Tiger wäre durchgängig schwarz, aber wie wir hier sehen, sind es eigentlich lang gezogene Leopardenflecken. Zumindest ist mir das bei Ronny ins Auge gestochen ;o)

Zuletzt noch etwas zum Lachen. Da Tiger verdammt gerne schwimmen und man die einjährigen Tiger von ihrem Plantschbecken weggesperrt hat (die weiße Tigermutter gleich neben an, hat das dritte der Babys bei sich, während die anderen zwei von den Betreuern im Volontairhaus wohnen und mit Hand aufgezogen werden und könnte, wenn die beiden zu viel rumplantschen, panisch ihr Baby wegtragen wollen. Es wäre eventuell durch ihren Stress gefährdet) versucht der eine hier seinen Hintern in den Wassertrog zu pressen ;-D

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6. Tag ‚TEAIA‘

Tagebuch einer Autorin in Afrika!

Den heutigen Tag möchte ich dem Breeding Center des Cargo Wildlifeparks widmen (Cheetah Preservation Foundation), also dem Zuchtprogramm und der Zuchtstation gleich neben dem Gelände. Heute durfte ich nämlich auch hier einen Blick hinter die Kulissen wagen und habe unheimlich viel gelernt.

Derzeit leben 9.000 bis 12.000 Geparden noch auf der Welt und sie zählen zu den bedrohten Tierarten. Der Park hat in seinem Zuchtprogramm 20 Tiere, verleiht jedoch auch oder nimmt Tiere aus anderen Zoos für die Zucht in Empfang. Sie wurden von der internationalen Weltorganisation WAZA (World Association of Zoos and Aquaria) ausgezeichnet und unterliegen daher sehr strengen Auflagen.

Geparden brauchen an die 1,5kg Fleisch pro Tag und werden bis zu 12 Jahre alt. Sie gehören zu den am schwersten zu züchtenden Raubkatzen, da die Weibchen keinen Zyklus in dem Sinn haben, sondern durch äußere Einflüsse rollig werden. Die Betreuer haben also jeden Tag die Aufgabe, die Tiere zu reizen und stundenlang zu beobachten. Noch dazu setzen interessierte Weibchen unterschiedliche Zeichen: kratzen merkwürdig an Büschen, verändern ihr Schnurren oder wälzen sich im Sand. Nur durch sehr genaues Beobachten, ist es den Betreuern gelungen, die Zucht qualitativ hervorzuheben. Mit spezieller Nahrung, Stimmulation (hier Enrichment genannt) ist es in diesem Center möglich, dass die Sterblichkeitsrate unter den gewohnten 27% liegt.

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Heute hatte ich wieder dass Vergnügen ein handzahmes Gepardenweibchen (MALAIKA, die Jungen bekommen übrigens im selben Jahr der Geburt alle den selben Anfangsbuchstaben) zu streicheln und es sogar zu filmen. Ich hoffe, dass angenehme Schnurren ist zu hören, wenn ich es nach meinem Aufenthalt auf Youtube hochlade. Ich empfand es als so angenehm, dass ich es mir als Musik zum Einschlafen vorstellen könnte ;o)

Falls ihr euch nun fragt, wie reizt man ein Weibchen, um in den Zyklus zu kommen? Tja, die Gehege sind so aufgebaut, dass auf einer Seite alle Gehege der Weibchen nacheinander kommen und auf der anderen Seite nur die Männchen. Dazwischen gibt es einen einzelnen Gang, der alle Gehege verbindet. Die Betreuer lassen zuerst ein paar Tage lang ein Männchen durch diesen Gang schreiten, der sich quasi die Weibchen ansieht und sein Territorium absteckt. Sollte sich ein Weibchen merkwürdig verhalten oder das Männchen speziell an einem Gehege stehen bleiben, wird die nächsten Tage weiter beobachtet. Dann darf ein auffälliges Weibchen den Gang durchgehen. Sollte es sich dann als rollig erweisen, ist aber noch immer eine hohe Chance gegeben, dass sie das Männchen nicht möchte, da sie sehr wählerisch sind. Es kann innerhalb von Sekunden auf Grund von Frustration zum Streit kommen.

Bei meiner Frage, wie die Betreuer dazwischen gehen, zeigten sie mir 3cm dicke Holzstöcke ;-o

Weiters wurde mir erklärt, dass die Tiere bei einem Kampf so aufeinander fixiert wären, dass es leicht wäre, sie am Genick und der Schwanzwurzel zu packen und einfach hinauszutragen. Sie geraten in eine Starre, wie bei Katzen üblich. Es war eine merkwürdige Vorstellung für mich ;o)

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Antilopen gleich bei den Gehegen als Stimuli für den Jagdinstinkt.

Als weiteren interessanten Fakt, habe ich gelernt, dass sie versuchen Männchen daran zu gewöhnen, ein Territorium zu teilen, da sie auch in der Natur oft zu zweit auf Jagd sind. Durch diese ‘Zusammenarbeit’ werden sie auch fruchtbarer – angeblich ;o)

Obwohl Geparden ab ca. dem 16 bis 24 Monat (männlich, weiblich) geschlechtsreif sind, werden sie erst ab dem vierten Lebensjahr für die Zucht herangezogen, da die Männchen nicht genau wissen, was sie mit einem Weibchen anfangen sollen und das Weibchen dann aus Frust angreift und andererseits das Weibchen, wenn es zu jung ist, zu gestresst ist mit dem Nachwuchs und es eventuell abstößt oder tötet.

So genug Theorie für heute. Ich werde euch morgen über die weißen Tiger und deren Zucht berichten ;o)

Was ich euch noch schuldig war: die großen Sparerips konnte ich euch heute nicht mehr knipsen, aber die neue Lieferung und das Zerlegen in Einzelteile. Ist leider auch eine Aufgabe, wo die Voluntaire ab und zu mithelfen, wie auch hier die blonde Dame links.
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 Und ich bin euch noch ein Fotostrecke über den Gentleman schuldig, der um meine Hand angehalten hat.

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Tja, wie soll frau diesen Augen widerstehen? Dieses Erdmännchen hatte eindeutig eine Schwäche für mich. Er heißt BamBam und teilt sich mit Betty sein Gehege. Hättet ihr gedacht, dass sie Fleischfresser sind? Hier noch ein Foto, wo wir sie mit Enrichment (Stimulierung: damit den Tieren auf der Ranch nicht langweilig wird, haben wir mitunter die Aufgabe, mit ihnen zu spielen oder uns neue Spielmöglichkeiten auszudenken und zu basteln) anhand eines Blutlollis in einer Kunststoffkugel beschäftigt haben.

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Lustig fand ich, dass man mir gesagt hat, dass Weibchen Betty sei zu scheu und käme nie zu den Betreuern, denn nach nur 10 Minuten setzte sie sich samt BamBam auf meinen Schoß – da sag noch einer, ich wäre keine Tierflüsterin! Ich war so stolz!

Lieber Schatz! Ja, die Rippchen würden nicht auf unseren Griller passen ;o) Wobei Pferdefleisch wäre interessante Abwechslung!

Lieber Michael! Glaub mir, als ich heute die Voluntairin gesehen habe, die den Esel gehäutet hatte und ihm aus den Nüstern das Blut getropft ist, musste ich auch sehr kämpfen. Ich habe schon etwas Angst, wenn mir diese Aufgabe zugeteilt wird. Ich bin mir sicher, dass man abstumpft und sich daran gewöhnen kann, aber es wäre mir schon peinlich, wenn ich mich beim ersten mal übergeben würde ;o)

Lieber Markus! Ich schätze ich hatte einfach viele Vorurteile, wie Afrika aussieht und in letzter Zeit kam ich nicht dazu, mehr zu recherchieren ;o)

Lieber Richard! Du kennst mich, mit meinem Zeitmanagement, schaffe ich die Ranch auch noch parallel dazu ;oDWozu gibt es Excel?

Liebe Anni! Ehrlich? Es war so ein erhebendes Gefühl, dass du unweigerlich feuchte Augen bekommst und mit den Tränen kämpfst. Als ich heute den ausgewachsenen Exemplaren gegenüber stand und in diese kristallklaren Augen blickte, habe ich die geballte Ladung an Energie gespürt. Und ja, ich habe sowohl die kleinen als auch den großen gestreichelt ;o)

5. Tag ‚TEAIA‘

Tagebuch einer Autorin in Afrika!

Leider haben all die Medikationen keine Wunder bewirkt und meine Arbeit wurde heute durch ständige Schweißattacken und Schnupfen erheblich gebremst. Daher liege ich nun wieder früh im Bett, mit erhöhter Temperatur, um mich auszukurieren. Da es schon etwas mühsam wird, verdränge ich es einfach und genieße die schönen Fotos, die ich vor mir habe ;o)

Heute konnte ich endlich einmal hinter die Kulissen so eines Zoos blicken. Wie ein Insider schlich ich durch die ‚No enter‘ Zonen, ging in die Kühlkammer, wo bis zu 30 Pferde gelagert werden und wurde darin geschult, die Portionen für die Raubkatzen und andere Fleischfresser herzurichten. Beim Anblick von an die 10 Gerippen, die mit Fleisch überzogen waren, musste ich meine Übelkeit rasch überwinden. Noch nie hatte ich so viele Kadaver auf einmal gesehen, wie sollte man da bei dem Punkt der Anmeldung zu diesem Projekt auch ahnen, dass einem dabei schlecht wird ;o) Aber ich habe das Hirn ausgeschalten, durch den Mund geatmet, um dem Geruch herr zu werden und habe mich dann köstlich dabei amüsiert, die Namen der Tiere auf den Schüsseln zu entziffern. Es waren Metall- und Kunststoffschüsseln in allen Namen, die mit schwarzem Lackstift kaum etwas erahnen ließen. Zum Glück war ein Helfer dabei, der mir die Hieroglyphen verenglischt hat ;o) Ich werde euch die Riesenspareribs noch fotografieren und reinstellen – die sind DER Hammer!

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Hier ein Wüstenfuchs, der sich bei der Fütterung von mir streicheln hat lassen müssen 😉 Was hat er erwartet? Immerhin habe ich mir auch eine Gegenleistung verdient.

Nächste Station war Sand schippern, um das Gehege der weiblichen Geparden zu verschönern. Ich habe mich natürlich vor dem Scheibtruhenschieben gedrückt und nach dem Rechen gegriffen und es war eine angenehme Arbeit. Vor allem in einem lustigen Team, dass immer Scherze auf den Lippen hat, oder von den zynischen Bemerkungen unserer ‚Aufpasser‘ animiert wurde 😉
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Hier sieht man sehr schön, dass Geparden nicht ohne Unterstützung auf Bäume klettern können. D.h. sollte euch mal rein zufällig einer hinterher laufen, dann bleibt euch nur der Baum. Versichert euch aber vorher, dass er nicht so aussieht:
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Ich würde meinen, DIESER Blick sagt schon alles! Ein Leopard kann nämlich perfekt klettern und da hilft nur noch beten!

Dann wurde ich ins Büro des Direktors gebeten, der von meiner Malerei und meinem Blog erfahren hat und als er sie sah, hatte er nun völlig andere Pläne für mich. Marketing, Fotoshooting, Hilfe bei der Aufstellung eines eigenen Blogs, eventuell der Verkauf meiner Bilder auf der Ranch, … es war so viel dabei, dass ich mir dachte ‚okay, schauen wir mal, was nach den drei Wochen noch passiert‘. Aber trotzdem war ich sehr geschmeichelt und interessiert und würde ich freuen, wenn sich da noch etwas ergibt ;o)

Nach dem leckeren Mittagessen, dass die Küche den Volontairen à la carte gezaubert hat, kam dann eine weniger einfache Aufgabe auf uns zu: das Gehege der Pinselohrschweine 15 cm tief ausstechen und dann mit neuem Sand auffüllen. Ich brauche wohl hier nicht erwähnen, welche Geruchswolken sich da aufgetan haben … zum Glück war es heute sehr kühl (ca. 24 Grad). Wenn es wie Montag 40 Grad gehabt hätte, wären wir wohl reihenweise aus den Schuhen gekippt ;-D Da wir aber heute nicht fertig wurden, geht es morgen munter weiter.

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Aber ein leckeres Straußensteak muss auch verdient werden, daher haben alle Helfer fleißig angepackt.

Ich darf mich ja gar nicht beklagen, denn ich wusste, was auf mich zukommen würde. Doch ich wurde relativ rasch abgezogen, um den letzten Tag mit den weißen Tigerbabys im Garten rumzutollen. 45min Marathonschmusen, Kuscheln, Fotografieren, Schmunzeln, Filmen, Lachen, … bevor sie aus unserem Heim in die Gehege umziehen mussten, wo wir sie dann nicht mehr so oft streicheln können werden. Ich habe ihre kläglichen Versuche zu Brüllen aufgenommen, da es so putzig war und wenn ich in Wien bin, werde ich es in die Soundkloud stecken oder auf Youtube, damit ihr es genießen könnt ;o) Aber wie gesagt, sie sind noch top secret und daher kann ich euch diese Woche noch nicht mit Fotos beglücken 😉

Aber als Trostpflaster, ein großes Exemplar aus der Zucht:
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Übrigens: es handelt sich hier NICHT um Albinoexemplare! Albinos haben IMMER rote Augen! Diese Rasse ist leider im natürlichen Habitat ausgestorben, aber hat wirklich in der Natur gelebt und war keine Laune dieser ;o)

Das tolle an der Arbeit hier ist, dass wir auch immer sehr viel Neues über die Tiere erfahren. Heute hat Nil – einer der permanenten Spezialisten hier – uns seinen neuen Fund präsentiert:

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Dieses 3cm große Skorpiönchen gehört zu den giftigsten Exemplaren der Welt. Nil hat ihn in seinem Kastenzimmer gefunden, als die Katze damit spielte :-O. Er erklärte uns, dass sein Gift so stark ist, da nur ein Stich 100 Ziegen töten könnte – wenn ich richtig verstanden habe. Die Erklärung der Bemessung des Giftes war sehr komplex gestaltet. Fakt ist, dass man bei einem Skorpion an zwei Dingen einschätzen kann, wie gefährlich er tatsächlich ist: 1) die Scherengröße: da er seine Beute so lange halten können muss, bis sie nicht mehr fliehen kann, zeigen große, dicke Scheren, dass er entweder ungiftig oder nur ein leichtes Gift hat (also für den Menschen unbedenklich oder nur unangenehm). Kleine hingegen, dass er hoch giftig ist, da er es nicht nötig hat, zu warten.
2) Die Größe und Dicke des Stachelschweifes: je dicker und größer, desto giftiger. Diese beiden Parameter sind somit voneinander abhängig.

Ich hoffe, mein heutiger Beitrag ist nicht zu lange geraten 😉

Aber natürlich hänge ich hier noch ein tolles Foto von meinen animal encounters an ;o) Enujapta meets:
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Ich sagte doch, die Lemuren haben mir eine neue Frisur verpasst ;o) Hier die Ringschwanzkattas.

Gut, dass wars für heute! Macht bitte Werbung für mich! Ich würde mich auch über Newsletteranmeldungen und weitere Kommentare freuen – ihr seid sehr fleißig bis jetzt! Danke!

4. Tag ‚TEAIA‘

Tagebuch einer Autorin in Afrika!

Der heutige Tag hat sogar 200 fantastische Fotos hervor gebracht, sodass ich nun 1 1/2 Stunden gesessen bin, um sie für den Blog vorzubereiten ;o) (bereits vorab für die nächsten Tage) Photoshop kommt erst darüber, wenn ich wieder in Össi bin ;oD

Zum Stand meiner Erkältung: ich habe mich den ganzen Tag mit Neocitran, Zink/Vitamintabletten aufgeputscht und nun am Abend auch noch Echinaceamittelchen. Leider ist gerade eben auch ein leichter Schnupfen hinzu gekommen.Wenn ich den morgen noch habe, darf ich leider weder die Tiere füttern noch bei den Lemuren generell ins Gehege, da die Gefahr, sie anzustecken leider zu groß ist und sie sollen auf keinen Fall gefährdet werden.

Also schließt mich in eure Gebete mit ein, solltet ihr an mich denken, damit ich morgen wieder fit bin ;o)

Ich habe heute einen sehr großen Teil aller Tiere abgedeckt und werde euch jedoch die Fotos über meinen Aufenthalt aufteilen, außer es kommen täglich noch viel bessere hinzu, dann wird eine neue Auswahl getroffen ;o) Aber es wird viel Neues für euch dabei sein und ich versuche auch jegliche interessanten Fakten, die ich von den Pflegern hier lerne, mitzuteilen. Denn es gibt sehr viele Aspekte, die mir nicht bekannt waren. Eines kann ich euch sagen, heute habe ich geweint wie ein Baby, ein kleiner Gentleman hat um meine Hand angehalten und Lemuren haben mir eine neue Frisur verpasst. Enujapta hat sehr viele Tiere ebenfalls persönlich getroffen, und vielleicht erlebe ich es eines Tages, das auch Leser des Buches diese Tradition fortführen und mir ihre Fotos à la ‚Enujaptas meets…‘ für meinen Blog schicken. Ich würde mich unheimlich darüber freuen! ;o)

Meine erste Station der Animal Encounters heute waren die drei Monate alten Gepardenbabys, deren Namen ich mir leider nicht gemerkt habe, aber vielleicht schaffe ich ja noch alle Tiernamen bis Ende meines Aufenthalts zu merken … warum können die nicht wie ich Namensschilder tragen? Ich wurde nämlich mit der Uniform des CANGO Parks eingekleidet ;o)
Hier ein kleiner Schnappschuss eines überforderten Fussballjünglings (Ernst, wäre der was für dein Team?) und meine Streichelattacke:

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Hier noch wie die beiden Racker miteinander spielen:

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Vor jedem Gehege, dass ich heute besucht hatte, musste ich vorher meine Schuhsohlen und Hände penibel desinfizieren, um keine gefährlichen Erreger in den Lebensraum der Tiere mitszuchleppen.
Ein interessanter Fakt für mich war auch, dass bei allen Wildkatzen dieser ‚Eyeshadow‘ oder ‚Eyeliner‘ unter den Augen kennzeichnete, ob sie nachtaktiv oder tagaktiv waren. Bei den Luchsen waren die weißen Linien unter den Augen, damit der Mond reflektiert wird und bei den Geparden schwarz, um die Sonne zu verschlucken. Tja, da verstehe einer die Natur ;o)

Die nächste Station zum Streicheln waren die Luchse. Ihre Ohren waren beeindruckend und ihr Fell viel weicher, als jenes der Gepardenbabys, die ich eigentlich als überraschend struppig empfand.

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Die nächste Station brachte mich zum heulen. Ich dachte eigentlich, dass die Geparden für mich am emotionalsten sein würden, oder gar die Tigerbabys von gestern, aber dann war es doch der Serval, der mich gerührt hat. Diese Wildkatze war auf jeden Fall die eindrucksvollste und mein absoluter Liebling:

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Ist dieses Tier nicht Grazie und Schönheit en masse?

Aber das war noch lange nicht alles ;o) Wie schon erwähnt, werde ich euch nach und nach mit weiteren Tierfotos und Infos verwöhnen.

Lieber Markus! Noch wegen dem Wein aus Südafrika: leider trinke ich keinen Wein (außer Beerenauslese und Eiswein – seis mir verziehen), ansonsten hätte ich bei einem gemütlichen Schlückchen auf dich angestoßen.

Lieber Markus! Tja, auch meine Foto wurde im Lexikon beim Wort ‚tollpatschig‘ verewigt ;o) Hallo, Gleichgesinnter! Und da  mein Fotopensum pro Tag sehr hoch ist und ich niemanden verscheuchen will, habe ich nur einzelne ausgesucht ;o)

Liebe Anni! Der Besitzer der Ranch hat solch eine Beziehung zu den Tieren aufgebaut, dass er sich von ihnen nicht trennen möchte, zumindest nicht von allen und daher behält er sich manchmal ‚Teile‘ von ihnen. So hängt ein Tigerfell im Vorzimmer und der Alligator wurde prepariert. So viel ich verstanden habe, sind keine Tiere als Jagdtrophäen dabei. Aber stell dir vor, er ist nicht der einzige Alligator im Haus. Im Poolzimmer sind weitere 8 Stück und im Esszimmer noch 2. Ich schätze aber, auch das werden nicht die einzigen sein ;o)

So, nun versuche ich mich wieder auszukurieren, um euch morgen weitere Geschichten erzählen zu können ;o) Gute Nacht!

3. Tag ‚TEAIA‘

Tagebuch einer Autorin in Afrika

Heut – zumindest die erste Tageshälfte – war kein Tag für Künstler. Ich bin mit Halsschmerzen munter geworden und die hätte ich liebend gerne auf meinen letzten Tag in Afrika verlegt. Daher hab ich mich schon mit Neocitran vollgestopft und lege mich heute besonders früh nieder.

Eine kleine Belustigung. Schaut mal wo hier der Fehler liegen könnte: der einheimische Stromstecker und mein Multiadapter:

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Tja, ich musste einen neuen kaufen.

Dann habe ich es natürlich geschafft, das falsche E-Ticket auszudrucken und habe das richtige nun nur aus dem Internet abgeschrieben. Vor Ort bin ich dann drauf gekommen, dass ich die Abflugzeit vom Rückflug mit dem Hinflug verwechselt habe. Zum Glück war er 2 1/2h später und nicht umgekehrt, so musste ich so lange am Flughafen ausharren. Dann noch den Koffer ausräumen, da ich wieder 5kg zu viel hatte- eh kloar ;o(
Dann ging es in einer Miniminiminimaschine los. Der Flug dauerte gerade mal eine halbe Stunde und dann war ich in George. Ganz aufmerksam habe ich die Szenerie beobachtet und sie lässt sich wie folgt beschreiben: Es gab nicht enden wollende Gebirgszüge, die sich beinahe parallel über völlig ebenmäßiges Gelände erhob. Sie sahen aus, wie hohe Adern auf der Erdkruste, die afrikanisches Blut förderten. Die Landesstruktur war gezweichnet von Feldern, die alles andere, wie das symmetrische Rechtecksysstem unserer Agrarwirtschafter darstellten. Sie waren gewellt, geschwungen und erinnerten eher einer Oberfläche des menschlichen Gehirns. Die Farbschattierungen ging von grün ins braun und ocker. Flüsse suchten sich die unmöglichsten, nicht enden wollenden Kurven aus, und versuchten förmlich den längsten Weg zu ihrem Endziel zu finden, ohne sich selbst im Wege zu stehen.
Doch die Landschaft veränderte sich sichtlich. Die bräunlich gefärbten Gewässer wurden dunkelblau, die Felder wurden satter, es kam rötliche Erde dazu, Nadelwälder bedeckten die Gebirgslandschaften, wie Moos, und nur die Straßen bildeten einen scharfen, weißen Kontrast. Die Felder wurden rund und symmetrischer und urplötzlich bekam ich den Schock meines Lebens! Musste ich so viele Kilometer reisen,um letztendlich wo zu landen, wo es exakt aussah, wie in Österreich???!!!
3.Tag_1

Oder wie seht ihr das?

Auch bei meiner 45min Fahrt nach Oudtshoorn, wo die Wildliferanch CANGO stationiert ist, musste ich erkennen, dass ich wirklich absolut keine Ahnung von Afrika und dessen Vegetation hatte. Nadelwälder, sattes Grün und die Alpen grüßten mich! Der Gedanke, dass hier noch um 1958 der letzte freilebende Löwe herumspaziert sein soll, war für mich nicht vorstellbar. Er musste zwischen der grünen Pracht herausgestochen sein, wie ein bunter Hund ;o)
Aber auch in den 45min konnte ich Veränderungen erkennen, als ob Afrika darauf spezialisiert wäre, sich wie ein Chamäleon zu verändern. Die Bäume wurden niedriger und durch gräuliche Büschchen ersetzt. Es kamen hier und da gelbliche und rötliche zum Vorschein. Urplötzlich wurde die beige Erde feuerrot und hier und da pflasterte eine Palme den Weg. Trotzdem war es nicht das Bild von Afrika, das ich im Kopf gespeichert hatte. Keine Steppe, dürren, vertrockneten Pflänzchen … gerade einmal ein paar Straußenfarmen haben das Bild etwas verschoben.

3.Tag_2

Als ich auf der Ranch angekommen bin, wurde mir eine Ehre zu teil. Ich darf in einem eigenen Zimmer mit Bad mit dem Besitzer der Ranch zusammenleben. Die Familie ist viel gereist und Souvenirsammler, wie ich selbst. Sie haben Tigerfelle, Riesenalligatoren ausgestopft im Wohnzimmer stehen. Aber alles Tiere, die auf der Ranch verendet sind, keine gejagten! Es ist eine traumhafte Lodge, im afrikanischem Flair, mit Pool, Poolbar, Feuerstelle im Haus und Grillstelle. Einem riesigen Biotop mit zwei Wasserfällen, einer riesen Bibliothek mit eingelegten Exponaten von Tieren aller Welt! Ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus!

3.Tag_4

Aber nun fragt ihr euch sicher – ob ich schon ein besonderes Tiererlebnis hatte … Und ja, mir kommen noch immer die Tränen bei dem Gedanken. Ich hatte das Glück zwei weiße Babytiger mit blauen Augen zu streicheln und etwas Zeit mit ihnen zu verbringen!!! Weiße Bengaltiger! Leider ist es mir jedoch erst nächste Woche gestattet, die Fotos Online zu stellen, da sie noch nicht offiziel vom Zoo beworben wurden. Das Risiko ist noch zu groß, dass etwas passiert. Erst letzte Woche ist das dritte Tier verendet, Es sterben leider recht häufig Tiere hier. Krankheiten, Unfälle oder die Abstoßung durchs Muttertier sind die Ursachen. Aber sobald ich grünes Licht bekomme, werde ich euch natürlich daran teil haben ,o)

Morgen darf ich die Animal Encounters erleben. D.h. der erste Tag wird dafür genutzt, so viele Tiere, wie möglich kennenzulernen und persönlichen Kontakt mit ihnen zu haben. Ich hoffe, ich bekomme viel Möglichkeiten, Fotos zu schießen – drückt mir die Daumen, denn jetzt werden meine Träume wahr!

Lieber Michael – du musst definitiv hier her kommen! Es ist traumhaft hier!

Schlaft gut und bis morgen! Ich freue mich auf euch!

2. Tag ‚TEAIA‘

Tagebuch einer Autorin in Afrika

Zu aller erst – ich lebe noch, und der Eintrag hat sehr lange gedauert, da mein Ausflug viel länger gedauert hat, als erwartet. Da ich heute besonders viel in 24 h gepfercht habe, und mich bei den 150 Fotos nicht entscheiden konnte, habe ich euch 6 angehängt ;o)

Ich möchte mich aber noch für die lieben Kommentare bedanken – ihr schenkt mir hier ein heimisches Gefühl ;o) hab mich total gefreut!

Früh morgens habe ich mich zum Botanischen Garten Kirstenbosch begeben. Und ich sage nur: Frau + Karte -> was sagt euch das? Es war in etwas so: ‚Wow, wie schön‘, drei Schritte nach links. ‚Unglaublich‘, drei Schritte nach vorne und dann ‚Oh-Oh, wo bin ich hier?‘ Ich habe es in meinem 1,45h Marsch geschafft mich 2x zu verlaufen, nur weil mein liebevolles Navi diesmal nicht dabei war, um mir den effizientesten Weg zu zeigen, wo ich alles sehe und nachher wohlbehütet wieder beim Ausgang ankomme.
Als ich total schweißgebadet am Tafelberg ankam, wurde mir bewusst, dass etwas schief gelaufen war, aber zumindest kann ich euch folgendes Foto liefern:

2.Tag_2

Erst als ich zurück ging und mir fast das Wasser ausging (DER Klassiker) fand ich mich vor einem Schild, dass mich in Kirstenbosch willkommen hieß. Wann bitte war das Zeichen beim Verlassen des riesigen Parks???!!!
Beim 2. Mal bin ich drauf gekommen, dass ich plötzlich beim RÜCKweg Blumen sah, die ich bei den 100 Fotos beim hinweg noch nicht fotografiert hatte … ein Ding der Unmöglichkeit! Also wieder falsch ;o(
Naja, lange Rede kurzer Sinn, der Park ist viel zu groß für knappe 2 Stunden und verdammt schön. Noch dazu – ihr werdet es nicht glauben – in Afrika ist es verdammt heiß und schwül – also mehr als 1/2l Wasser mitnehmen … o.W.

2.Tag_3

Heute habe ich mich dem größten und furchterregendsten Meerestier persönlich vorgestellt, der durch die Uraltfilme ‚Der weiße Hai‘ berühmt und berüchtigt wurde. Ich darf euch mitteilen, es war Adrenalin pur und ich hatte auch die Möglichkeit ein paar nette Fotos mit ihm zu machen.
Lieber Roy! Er hätte mich ohnehin wieder ausgespuckt, denn ich habe zu viel Chilli im Blut ;o)
Hier auch ein kleines Video, dass ich auf Youtube gefunden habe. Das eigene reiche ich natürlich nach ;o)

Video 

Nach der 2-stündigen Fahrt von Kapstadt nach Gansbaai wurde mir erst bewusst, dass ich sehr spät nach Hause kommen würde. Auf dem Weg dort hin habe ich sogar einen SUPERSPAR gesehen, mit unserem Logo! Besonders putzig waren auch die Maste, sei es Strom oder Telefon, mit nur einem Kabel ;oD
Von der Vegetation her war ich überrascht, da ich niemals gedacht hätte, dass  Afrika so aussehen könnte: Flüsse, Seen, Weinbau, Nadelwälder, bunte Blumenwiesen zwischen felsigen Steppen,… unfassbar schön!

Zum Haierlebnis kann ich nur sagen: ich würde es sofort wieder tun. Es ist atemberaubend, wie stark diese Tiere sind. Erst wenn man ihre Schwanzflosse gegen den Käfig gedonnert bekommt und alles wackelt, wird einem bewusst, dass das Tier knappe 900 kg hatte – es waren zwar nur 3 bis 4m große aber doch nicht ohne ;o) Die Sicht unter Wasser war nicht die beste, aber ich musste auch ein ‚Enujapta meets white shark‘ schaffen ;o)

2.Tag_6
2.Tag_4

Für unsere Autofans: heutige Bilanz: 1 Limo (Markus, nicht wieder durstig werden), 2 Ferrari, 1 Mercedes SLR, 1 Audi R8, 4 Porsche
Übrigens Markus: Hubschrauberflug gibt es für 1.350Rand, ging sich aber leider nicht mehr aus ;o(

Heute Selerntes:
1) Über den Fussgängerbereich bei Straßen muss bei grün gelaufen werden, da die Phase in der Mitte der Straße in Rot umlenkt.
2) Einem Afrikaner war es unverständlich, was wir DANN für Tiere in Österreich haben, wenn es keine Giraffen, Strauße oder Elefanten sind … o.W.
3) Um einer strahlenden Blondine ein größeres Lächeln ins Gesicht zu zaubern, hat eine Dame zu kleinen Münzen gegriffen, um ihre Sammelleidenschaft ohne Gegenleistung zu belohnen.
4) Es gibt auch Disteln hier – für euch extra getestet

Hier noch zwei nette Fotos von der Heimkehr und meiner nächtlichen Jagd nach einer Trophäe: Sand ;o)

2.Tag_5
2.Tag_1

Ich wurde gebeten Kapstadt nicht noch unsicherer zu machen – mein Schatz, ich habe mir wirklich bemüht, aber du kennst mich … vor mir ist nichts sicher!

Übrigens – ihr könnt euch für meinen Newsletter anmelden, um immer up to date zu sein
und vor allem WEITERSAGEN! Meine Autorenseite auf Facebook würde sich auch über
neue Likes der Hauptseite freuen ;o) hier geht es zu Facebook

Für heutige Tipp/Rechtschreibfehler kann keine Verantwort übernommen worden, it’s late and I’m tired ;o) So long my friends.

1. Tag ‚TEAIA‘

Tagebuch einer Autorin in Afrika!

Unglaublich aber wahr, ich bin ausgerechnet mit Turkish Airlines nach Südafrika geflogen.
Natürlich nicht ohne einen Zwischenstopp in Istanbul zu machen, um dort im Flugzeug
auszuharren, bis die verdammt lange Strecke angesagt war. Dann noch Johannesburg
und nun endlich die temporäre Endstation Kapstadt. Warum temporär? Am Montag steige ich
in den nächsten Vogel nach George (nicht Clooney ;o), wo ich abgeholt werde und zum Bestimmungs-
ort OUTDSHOORN gebracht werde. Hier eine bildliche Untermalung mit Landkarte:

Karte

So was hat mich an Tag 1 alles erwartet? Um Kapstadt kurz zu beschreiben fällt mir ein:

1) verdammt bunt
2) der Wind macht sogar Cotteslow in Australien Konkurrenz
3) Hier sind verdammt viele Nobelschlitten unterwegs – hätte ich nicht gedacht, aber gleich am ersten Tag eine Hammer-Stretchlimo, 2 Maseratti, 3 Porsche, 1 Bugatti und etlich riesen SUVs

Im Hotel eingecheckt um 15:00 Uhr ging ich mit Alarmglocken los, da ich vorgewarnt wurde, dass Kapstadt verdammt gefährlich ist. Vor allem für weibliche, allein gehende Touristen. Mit dem Rucksack vor meiner Brust bewaffnet, musste ich jedoch feststellen, dass ich nicht alleine war und andere mich mit Bling Bling und riesen Kameras sogar noch übertrumpften. Und soweit ich es sagen kann, ist nichts Auffälliges passiert. Alle Schäfchen haben wieder in den Stall gefunden, bevor die Sonne ihre letzten Strahlen über den Horizont streichen ließ ;o)

Daher habe ich gleich eine 1 1/2h Tour im Touribus gemacht und kann euch folgende 2 Schnappschüsse präsentieren:

1.Tag_1

1.Tag_2

Was ich an interessanten Fakts für euch mitgenommen habe?

1) Die erste Begrüßung hat gezeigt, bei der Erwähnung von Österreich, wird man gleich nochmal darüber informiert, dass man aus dem Hitlerland kommt … o.W.
2) Die Häuser in Afrika sind deswegen so bunt bemalt, da in der Zeit der Appartheit die Sklaven nur grau tragen durften und sie wollten zumindest in ihrem Wohnumfeld Farbe reinbringen.
3) In Kapstadt wurde das Zentralkrankenhaus dafür berühmt, dass dort die erste menschliche Herztransplantation durchgeführt wurde
4) Und ich weiß nicht warum, aber mir ist im Gedächtnis geblieben, dass Strand Nr. 3 (von insgesamt 4) jener ist, wo sich vorwegs Models und Bodybuilder aufhalten – tja, kann auch wichtig sein!
5) Der berühmte Tafelberg (Wahrzeichen von Kapstadt) ist nun auch zum Naturwunder der Welt ernannt worden (7. von 7)

So, um meinen Magen an die afrikanische Kost gewöhnen zu können, habe ich mich mutigerweise an die gleich benachbarte Pizzaspilunke gewagt ;o) Überraschend lecker.

Und ach ja, morgen Mittag geht es zum Käfigtauchen mit dem weißen Hai. Sollte es also morgen
Abend ruhig um mich werden … dann liegt es an WLAN … hoffe ich.
Das Frühstück lasse ich sicherheitshalber aus. Der Hai muss ja nicht mehr Nahrung bekommen, als nötig ;o)

Schlaft gut, bis Morgen ;o)

Es geht losssss! Afrika ruft!

Drückt mir die Daumen, dass das Internet vor Ort funktioniert
und ich auf dem Laufenden halten kann.

 

Vorab bereits ein paar Fotos zum Eingewöhnen:

croc-cage-dive-experienceimages

Mein Flug geht heute Abend und morgen NM sollte ich im Hotel einchecken ;o) Vielleicht geht sich ja noch ein Foto
in Kapstadt aus ;o)

 

Schweizer Grüße

Ich freue mich, dass ich auch in der Schweiz Leser gefunden habe:

Rezension auf ZAP

Einmal Protzen erlaubt?

Platz 1 für die Neuerscheinungen im Genre Science Fiction 2013 auf Lovelybooks!
Ich habe mich wahnsinnig gefreut!

Vielen Dank für euere Unterstützung da draußen!

Anhang 1-6

Tagebuch einer Autorin in Afrika

Die neue Serie startet bald und es wird spannend, ob und wie sie
gestaltet sein wird, denn es kommt hier auch auf eure Teilnahme
an.

Ich fliege ab 22. November für drei Wochen nach Südafrika und werde
Auge in Auge mit der Tierwelt verbringen. Dafür arbeite ich auf einer
Wildlife Ranch in Oudtshoorn.

Hier ein Video, falls ihr neugierig seid, wo es hingeht.

Es heißt also Geparden das Fläschen geben, Tiere füttern, Käfige säubern und
reparieren, Führungen durchführen, an Schulen aufklären, Tiere beschäftigen,
Spielzeug basteln etc.

Sofern mir das WLAN vor Ort keinen Strich durch die Rechnung macht, möchte
ich euch (fast) täglich darüber berichten und euch mit Fotos näher an die Wildtiere
aus Afrika heranbringen.

Wenn ihr Lust habt, könnt ihr auch Fragen oder Aufgaben stellen, die ich versuche
so gut wie möglich zu beantworten/meistern. Daher hoffe ich, ihr werdet meinen Blog
und meine FB-Seite ganz fleißig besuchen, liken, teilen und kommentieren, damit ganz
viele Leute dabei sind ;o)

Baby-pygmy-hippo-2

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Pressefotos

Ich möchte mich bei dem Fotografen Peter Berger und der Visagistin
Alexandra Condopoulos bedanken, für die rasche und kreative Umsetzung:

Celeste_Ealain_1_klCeleste_Ealain_3_klein

Nun hab ich auch Karten für Unterschriften parat, sollte jemand nachfragen ;o)

Sophie R. Nikolay

Ich möchte diesen Beitrag einer ganz tollen Frau widmen, die mich
gefördert und unterstützt hat und … wer weiß, ohne die wohl auch
Enujaptas Fluch nicht beim Verlag und in Taschenbuchformat in
euren Händen gelandet wäre.

Daher vielen, vielen Dank für deine Hilfe und strenge Hand ;o)

Sie hat übrigens auch eine Range an ganz tollen und vor allem
knisternden Romanen. Schaut doch mal bei ihr vorbei:

Sophie R. Nikolay

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In den nächsten Tagen startet sie auch ein tolles Weihnachtsgewinnspiel! Schaut vorbei!

Enujapta auf Japanisch!

Ich musste Grinsen und wollte euch das nicht vorenthalten:

Anhang 1-2